Drachen begegnen und Träume leben

In dem kürzlich erschienenen Dragon Dreaming Playbook stellen Ilona Koglin und Julia Kommerell die Methode des Dragon Dreamings vor.

Dragon Dreaming ist eine Methode der Projektumsetzung, die sich nicht in einem kurzen Absatz erklären lässt. Denn Dragon Dreaming zielt weniger darauf ab, ein vorgefertigtes Konzept zur Erreichung eines Projektziels anzubieten. Vielmehr geht es darum, mit ganz bestimmten Grundannahmen, Werten und einer Vielzahl an verschiedenen Methoden und Übungen, Projektarbeit freudvoll, reflektierend und ohne Angst vor den persönlichen „Drachen“ angehen zu können. Mit dem 2022 erschienenen „Dragon Dreaming Playbook“ liefern Ilona Koglin und Julia Kommerell nun den Weg dorthin.

Inhalt

Bereits die Aufmachung des Buches lässt erahnen, dass hier ein anderer Ansatz als im üblichen Projektmanagement gewählt wird. Zeichnungen, Fotos und verschieden gestaltete Seiten machen neugierig darauf, den Inhalt des Buches näher zu erkunden.

Das Buch leitet mit einem grundlegenden Intro in die Herkunft, Charakteristik und Annahmen des Dragon Dreaming ein. So werden die indigenen Wurzeln der Methode thematisiert, ebenso wie der Aufbau und die zugrunde liegenden Leitsätze. Die Essenz dabei ist, wegzukommen von einer Kultur des Leistungsstrebens und des Win-Lose Systems. Die Ausbeutung von Natur und Umwelt sowie die eigene Tendenz zur Überarbeitung und ungesunde Teamdynamiken zu überwinden. Hieraus resultieren vier Projektphasen, welche im Folgenden die vier großen Kapitel des Buches strukturieren: Das Träumen, das Planen, das Handeln und das Feiern. Zeit und Wandel werden hierbei nicht linear, sondern zyklisch aufgefasst: Die Projektphasen können sich wiederholen und kleinere Zyklen innerhalb eines großen Zyklus entstehen.

Hierbei geht es um die Fragen: Wie finde ich den kollektiven Traum meines Teams? Wie überwinden wir hierbei Widersprüche und Konflikte? Wie beginne ich mein Projekt? Wer übernimmt welche Aufgaben und Rollen im Team und wie erstelle ich einen Finanzierungsplan? Wie treffen wir Entscheidungen im Team und erhalten bei der Umsetzung eine gute Dynamik? Und zu guter Letzt: Welche Rituale helfen uns, das Wohlbefinden aller sicherzustellen, Erfolge zu feiern und Misserfolge zu reflektieren und mit ihnen abzuschließen?

Methodische und inhaltliche Vielfalt

Die Fragen werden jeweils aus unterschiedlichen Perspektiven beantwortet. Es werden grundlegende Überlegungen zu gesellschaftlichen Normen, Teamdynamiken und Prämissen der Arbeitswelt angestellt und erörtert, wieso eine bestimmte Ausgestaltung der jeweiligen Projektphasen so wichtig ist. Dann werden verschiedene Prozesse, die in der Projektphase stattfinden, Schritt für Schritt erläutert und einzelne Methoden angeleitet. Die Erkenntnisse einzelner Abschnitte werden in prägnanten Stichpunkten in Merkkästen zusammengestellt, gemeinsam mit einer selbstreflexiven Aufgabe. So wird nicht nur eine Veränderung im Team angestoßen, sondern die lesende Person wird bereits dazu angeregt, die eigenen Leitsätze, welche nicht nur die Projektarbeit, sondern auch das alltägliche, private Leben prägen können, zu reflektieren und zu hinterfragen.

Begleitet werden die Erläuterungen und Anleitungen von Interviews mit Akteuren aus dem Dragon Dreaming. Beispiele von erfolgreichen Projekten, welche die Methode des Dragon Dreaming nutzten, veranschaulichen zudem, wie eine praktische Anwendung funktioniert und motivieren, den eigenen Traum zu verwirklichen.

Ein Paradigmenwechsel

Endlich die eigenen „Drachen“, also Ängste, Hemmnisse, wenn’s und aber’s zu überwinden und seine Träume im Gleichgewicht mit der Umwelt, den eigenen Bedürfnissen und einer wohltuenden Teamdynamik zu verwirklichen – am Anfang des Buches klingt es fast zu schön, um wahr zu sein. Doch mit der Konkretisierung von Grundannahmen, Werten und methodischer Umsetzung scheint es immer machbarer und der Wunsch, den eigenen Traum auf diese Weise umzusetzen, wächst und scheint immer realistischer. Man muss lediglich die Bereitschaft mitbringen, sich auf einen Paradigmenwechsel einzulassen: Das Zusammenleben von Menschen miteinander und mit dem Planeten wird hier ganz anders gedacht, als wir es in der westlichen Welt gewohnt sind. Der Planet ist hier ein ineinander verflochtenes System, welches sich zyklisch wandelt und wo jede einzelne Handlung Einfluss auf das große Ganze nimmt.

Die detaillierten Erklärungen, Checklisten, Methodenkoffer und vieles mehr leiten einen hierbei an, die Intention des Dragon Dreamings zu verstehen und im eigenen Tempo den Paradigmenwechsel mitzumachen.

So lässt sich eine Welt jenseits des standardisierten Projektmanagements entdecken: Mit Spielen, Meditationen, gewaltfreier Kommunikation, Selbstreflexion und Teambuilding-Strategien kann den Drachen begegnet werden und Träume können erfolgreich geplant, umgesetzt und gefeiert werden.

Literaturhinweise

160 Einträge « 16 von 16 »
Theo Schiller; Volker Mittendorf (Hrsg.): Direkte Demokratie: Forschung und Perspektiven. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2003, ISBN: 978-3531138527. ( BibTeX )
Archon Fung: Recipes for Public Spheres: Eight Institutional Design Choices and Their Consequences. In: The Journal of Political Philosophy, Bd. 11, Nr. 3, S. 338-367, 2003. ( Links | BibTeX )
Mark Warren: What can democratic participation mean today?. In: Political Theory, Bd. 30, Nr. 5, S. 677-701, 2002. ( BibTeX )
Peter Hocke: Massenmedien und lokaler Protest. Westdeutscher Verlag, Opladen, 2002. ( BibTeX )
John S. Dryzek: Deliberative Democracy and Beyond: Liberals, Critics, Contestations. Oxford University Press, 2002, ISBN: 9780199250431. ( Abstract | Links | BibTeX )
Peter Henning Feindt: Neue Formen politischer Beteiligung. In: Ansgar Klein; Ruud Koopmans; Heiko Geiling (Hrsg.): Globalisierung, Partizipation, Protest, S. 255-274, Leske+Budrich, Opladen, 2001, ISBN: 978-3-322-94936-3. ( BibTeX )
Jürgen Blandow; Ulrich Gintzel; Peter Hansbauer: Partizipation als Qualitätsmerkmal in der Heimerziehung: eine Diskussionsgrundlage. Votum, Münster, 1999, ISBN: 9783933158147. ( BibTeX )
Peter Feindt; Wolfgang Gessenharter; Markus Birzer; Helmut Fröchling (Hrsg.): Rationalität durch Partizipation? Das mehrstufige dialogische Verfahren als Antwort auf gesellschaftliche Differenzierung. In: Konfliktregelung in der offenen Bürgergesellschaft. Forum für interdisziplinäre Forschung, Bd. 17, 1996. ( BibTeX )
Simon Joss; John Durant: Public Participation in Science. The Role of Consensus Conference in Europe. Science Museum, London, 1995. ( BibTeX )
Benjamin Barber: Starke Demokratie: Über die Teilhabe am Politischen. Rotbuch Verlag, Berlin, 1994, ISBN: 978-3880228047. ( BibTeX )
160 Einträge « 16 von 16 »

Stöbern Sie in unserem Literaturverzeichnis ...