Medienpreis Demokratie

Der erstmalig ausgerufene Medienpreis der Allianz Vielfältige Demokratie geht in die letzte Runde. Drei Bewerbungen schafften es in die engere Auswahl.

Zur Anerkennung und Förderung beispielgebender Information und engagierter Berichterstattung mit dem Schwerpunkt Bürgerbeteiligung und politische Teilhabe vergibt die Allianz Vielfältige Demokratie ab diesem Jahr den Medienpreis Vielfältige Demokratie. Mit der Auszeichnung ehrt sie die Arbeit von Journalisten, die sachbezogen, umfassend, objektiv und verständlich aktuelle Themen der demokratischen Beteiligung aufgreifen, sorgfältig recherchieren und einer breiten Öffentlichkeit nahebringen.

Großes Interesse und mediale Vielfalt

Bis zum 31. März 2020 konnten Bewerbungen online eingereicht werden. Das Interesse war groß und die mediale Vielfalt wurde in vollen Zügen genutzt: Die Einsendungen reichten von Print- und Onlinereportagen, über Buchveröffentlichungen bis hin zu Hörfunk- und Videobeiträgen.

Jörg Sommer, Koordinator der Allianz Vielfältige Demokratie, lobte die Qualität der Beiträge: „Über 100 Bewerber zeigen die ganze Bandbreite des Qualitätsjournalismus in Deutschland. Anders als oft unterstellt sind sorgfältige Recherche und differenzierte Berichterstattung eben doch die Standards in vielen deutschen Redaktionen. Entsprechend schwer war die Auswahl der drei Finalisten.“

Irland, Windräder und Verfassungsschüler

Die drei Finalbeiträge zeigen die inhaltliche Breite des Themas: Der Artikel „Ich und der ganz andere“ von Bastian Berbner (Süddeutsche Zeitung Magazin) berichtet von zwei Iren, die sich im Rahmen der Bürgerversammlung zur irischen Verfassung kennenlernten. Die Männer könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch entsteht während des Verfahrens eine enge Freundschaft. Die zweite Nominierung „Mühsame Energiewende: der Bürger und das Windrad“ der freien Journalistin Uschi Götz berichtet über den komplizierten und langwierigen Prozess zum Windkraftausbau. Fast ein ganzes Jahr lang begleitet sie den Bürgerdialog in Eberstadt und lässt in ihrem Hörfunkbeitrag Kritiker, Planer, Betreiber, Gemeinderäte und zahlreiche Bürger zu Wort kommen. Als Drittes schaffte es die WDR-Reportage „Ist Demokratie lernbar? Die Verfassungsschüler“ in die engere Auswahl. Nicole Rosenbach begleitet den Sozialwissenschaftler Suat Yilmaz, der in seinem Projekt junge Menschen mit der deutschen Verfassung vertraut macht und ihr Verhältnis zur Demokratie eindrucksvoll prägt.

Finale Entscheidung durch Mitglieder der Allianz

Die endgültige Entscheidung treffen nun die 215 Mitglieder der Allianz Vielfältige Demokratie, einem bundesweiten Netzwerk von Beteiligungsexperten aus Bund, Ländern, Kommunen, der Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, in einer Onlineabstimmung. Das Ergebnis wird am 15. Juni 2020 verkündet.

 

Der Medienpreis wird ermöglicht durch folgende Sponsoren:

 

 

Literaturhinweise

Thymian Bussemer

Die erregte Republik: Wutbürger und die Macht der Medien

Klett-Cotta, Stuttgart, 2011, ISBN: 978-3608946208.

(BibTeX)

Sabine Schiffer

Informationsmedien in der Postdemokratie. Zur Bedeutung von Medienkompetenz für eine lebendige Demokratie

In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Band 1-2 , S. 27-32, 2011.

(Abstract | Links | BibTeX)

Herbert Kubicek, Barbara Lippa, Hilmar Westholm

Medienmix in der Bürgerbeteiligung: Die Integration von Online-Elementen in Beteiligungsverfahren auf lokaler Ebene

edition sigma, Berlin, 2009, ISBN: 978-3836072830.

(BibTeX)

Peter Hocke

Massenmedien und lokaler Protest

Westdeutscher Verlag, Opladen, 2002.

(BibTeX)

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