Praxisberatung und Kompetenzaufbau

Im Interview erörtern Dr. Christine Dörner und Michael Schell von der Allianz Vielfältige Demokratie den Wert des Netzwerkes zur Stärkung der Bürgerbeteiligung in Deutschland und gehen auf die Arbeit des Themenkreises „Praxisberatung und Kompetenzaufbau“ ein.

Foto: StartupStockPhotos via Pixabay.

Warum ist die Allianz Vielfältige Demokratie für Sie wichtig?

Michael Schell: Ich treffe in der Allianz auf unterschiedliche Menschen, aus unterschiedlichen Regionen, aus unterschiedlichen privaten und beruflichen Bezügen und Kontexten, mit unterschiedlichem Wissen und unterschiedlichen Erfahrungen mit dem gemeinsamen Anliegen, unsere Demokratie zu stärken. Es ist sehr angenehm, dass wir an diese Frage sehr differenziert herangehen und doch einander mit einer hohen Offenheit und Wertschätzung dem jeweiligen Standpunkt gegenüber begegnen. So macht arbeiten Spaß! Die Essenz dessen, was ich bisher in der Allianz Vielfältige Demokratie gelernt habe ist, dass es bei dem Thema „Bürgerbeteiligung“ nicht um Macht, sondern um Qualität geht. Eigentlich.

Dr. Christine Dörner: Zum einen, weil sie ein wertvolles und eindrucksvolles Netzwerk für die vielfältige Demokratie ist. Hier treffen sich Menschen aus allen Bundesländern, aus vielen Gemeinden und Landkreisen, aus der Bundesebene und aus verschiedenen Vereinen und Organisationen. Alle wollen Demokratie und Beteiligung stärken und über den Tellerrand blicken. Alle bringen ihre Erfahrungen zusammen, stellen Meinungen auf den Prüfstand und entwickeln neue Antworten und Ideen. Zum anderen, weil ich überzeugt bin, dass die Zukunft darin liegt, die repräsentative und direkte Demokratie mit Dialogverfahren klug und kreativ zu verknüpfen. Spannend wird auch sein, Ansätze der Gemeinwesenarbeit zu integrieren und den Blick auch in außereuropäische Länder zu richten, z. B. in afrikanische. 

Welchen beruflichen Bezug haben Sie zur Bürgerbeteiligung?

Michael Schell: Als 1. Beigeordneter und allg. Stellvertreter des Bürgermeisters bin ich in vielen kommunalen Prozessen eingebunden. Dabei stellt sich immer wieder die Frage nach dem „ob, wann und wie“ der Beteiligung von Bürger*innen.

Dr. Christine Dörner: Mehrere Bezüge. Ich verantworte an der Führungsakademie Baden-Württemberg das Thema Bürgerbeteiligung, bin Vorstandsmitglied der Allianz für Beteiligung Baden-Württemberg e.V. und bin Mitglied im Verein Generationen.Dialog.Zukunft. Netzwerk für demografiebewusste Entwicklung e.V., der sich dafür einsetzt, kommunale Entwicklung mit Hilfe der Beteiligung von Bürger*innen zu entwickeln.

Sie leiten in der Allianz Vielfältige Demokratie den Themenkreis „Praxisberatung und Kompetenzaufbau“. Wo liegen die inhaltlichen Schwerpunkte dieser Arbeitsgruppe und warum sind diese aus Ihrer Sicht wichtig?

Dr. Christine Dörner: Wir wollen „Bürgerbeteiligung auf die Straße bringen“. Dafür brauchen wir Bereitschaft und Kompetenz. Wir wollen für Beteiligung begeistern und Mut machen, neue Wege zu gehen und ausprobieren. Wir verstehen uns als Think Tank, Beratungsnetzwerk und wollen eine maßgeschneiderte Erstberatung für Kommunalverwaltungen, Initiativen und Unternehmen anbieten. Wichtig ist uns, Kompetenz in der Fläche aufzubauen, um Beteiligung zu professionalisieren. Unsere Idee ist, eine Agentur Erstberatung zu schaffen, als Gesicht der Allianz Vielfältige Demokratie.  

Michael Schell: Hier passt kein Blatt zwischen Frau Dörner und mich. Da sprechen wir mit einer Sprache.

Zu den Personen

Dr. Christine Dörner ist verantwortlich für Bürgerbeteiligung an der der Führungsakademie Baden-Württemberg, zweite Vorsitzende der Allianz für Beteiligung e.V. Baden-Württemberg und Mitglied von Generationen.Dialog.Zukunft. Netzwerk für demografiebewusste Entwicklung e.V. Sie hat viele Beteiligungsprozesse in und außerhalb von Organisationen durchgeführt und steht für eine kreative Verbindung von Dialogverfahren und Entscheidungsprozessen. In der Allianz Vielfältige Demokratie leitet sie gemeinsam mit Michael Schell den Themenkreis „Praxisberatung und Kompetenzaufbau“.

 

Michael Schell war langjährig als erster Beigeordneter der Stadt Wiehl tätig. Seit 1. März 2020 bekleidet er die Position des ersten Beigeordneten der Stadt Steinfurt im Münsterland. In der Allianz Vielfältige Demokratie leitet er gemeinsam mit Dr. Christine Dörner den Themenkreis „Praxisberatung und Kompetenzaufbau“.

 

 

Weiterführende Informationen zur Allianz Vielfältige Demokratie finden Sie hier.

Literaturhinweise

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Katja Simic

Online-Beteiligung: Das Potential von Geodaten für transparente Partizipation Buchabschnitt

In: Jörg Sommer (Hrsg.): Kursbuch Bürgerbeteiligung #2, Verlag der Deutschen Umweltstiftung | bipar, Berlin, 2017, ISBN: 978-3942466-15-8.

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Methodenhandbuch Bürgerbeteiligung - Online-Beteiligung zielgerichtet einsetzen Buch

oekom verlag, München, 2017, ISBN: 978-3-96006-171-7.

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Die Weisheit der Vielen - Bürgerbeteiligung im digitalen Zeitalter Forschungsbericht

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Deutsche Sportjugend im DOSB e.V. (Hrsg.)

Positionspapier der dsj: Eine junge engagierte Zivilgesellschaft ist kein Selbstläufer. Online

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Demos Gesellschaft für E-Partizipation

Eckdaten der Online-Konsultation Forschungsbericht

Drucksache 18(16)426 des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit 2016.

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Bettina Bock

Barrierefreie Kommunikation als Voraussetzung und Mittel für die Partizipation benachteiligter Gruppen - Ein (polito-)linguistischer Blick auf Probleme und Potenziale von 'Leichter' und 'einfacher Sprache'. Artikel

In: Linguistik Online: Sprache und Demokratie, Bd. 73, Nr. 4, 2015.

Abstract | Links | BibTeX

Mirja Lange et al.

Politische Partizipation Jugendlicher im Web 2.0. Artikel

In: 2015, ISBN: 978-3-9816920-1-3 .

Links | BibTeX

Deutsche Sportjugend im DOSB e.V. (Hrsg.)

Förderung von jungem Engagement im Sportverein/-verband. Frankfurter Modell zur Engagementförderung Online

2015.

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