Das Berlin Institut für Partizipation

Das Berlin Institut für Partizipation arbeitet seit August 2017 im Haus der Demokratie

Das noch recht junge Berlin Institut für Partizipation (bipar) hat eine mehrjährige Vorgeschichte: Jörg Sommer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Umweltstiftung und Gründungsdirektor des Instituts engagiert sich schon seit über 30 Jahren in der Gestaltung demokratischer Prozesse.

Die Entstehung

In diesem Kontext entstand 2016 das erste KURSBUCH BÜRGERBETEILIGUNG, in dessen Folge sich Autoren, Unterstützer und weitere Interessierte aus Praxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über die Notwendigkeit eines unabhängigen, advokativen Thinktanks für Partizipation austauschten.

Daraus entstand Ende 2016 ein intensiver Diskussion- und Planungsprozess, der im August 2017 zur Gründung des Berlin Institut für Partizipation führte. Hier einige Dokumente zur Entstehungsgeschichte:

Die Ausrichtung

Das Institut ist politisch unabhängig und engagiert sich für die partizipative Weiterentwicklung unserer demokratischen Gesellschaft. Es vertritt einen umfassenden Partizipationsbegriff, der neben unterschiedlichen Formen der Bürgerbeteiligung auch Formen direkter Demokratie, eine moderne Ausgestaltung der repräsentativen Willensbildung und eine Belebung der politischen Alltagskultur umfasst.

Ziel des Instituts ist eine Weiterentwicklung der partizipativen Kultur insbesondere in Deutschland. Die Initiatoren des Instituts sind davon überzeugt, dass die Akzeptanz und Zukunftsfähigkeit der repräsentativen Demokratie entscheidend davon abhängt, wie es dieser gelingt, die Menschen in unserem Land nachhaltig und umfassend an der politischen Willensbildung zu beteiligen.

Die Mitglieder des Instituts gehören verschiedenen politischen Strömungen des demokratischen Spektrums an. Rechtsträger des Instituts ist in der Gründungsphase die Deutsche Umweltstiftung, langfristig wird eine unabhängige Rechtsform angestrebt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich als assoziierte Mitglieder an der Arbeit des Institutes zu beteiligen.

Die Arbeitsschwerpunkte

Der Arbeitsschwerpunkt des Instituts liegt zunächst im nationalen Kontext, europäische und internationale Erfahrungen fließen jedoch in dessen Arbeit ein. Mittelfristig wird eine Zusammenarbeit mit vergleichbaren Akteuren im internationalen Kontext angestrebt.

Das Berlin Institut für Partizipation versteht sich nicht als Konkurrenz zu etablierten Strukturen in Wissenschaft, Forschung und Beratung, sondern als Ergänzung und Transporteur von Themen, Erkenntnissen und Anliegen. Es pflegt sowohl intern als auch extern eine kollaborative Arbeitsweise und lädt alle Interessierten zu aktiver Mitwirkung sowie alle im Bereich Partizipation tätigen Institutionen und Verbände zu partnerschaftlichen Zusammenarbeit ein. Das Institut konzentriert seine Aktivitäten zunächst auf drei Arbeitsschwerpunkte:

Information

Das Institut betreibt umfangreiche Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu allen Fragen der Partizipation. Hierzu gehören u. a.

  • Der Betrieb einer frei zugänglichen Online-Plattform für alle, die sich für Partizipation und Bürgerbeteiligung interessieren. Diese Plattform bietet Fachartikel und aktuelle Nachrichten zur Theorie und Praxis der Partizipation, umfangreiche Literaturhinweise, sowie Methoden- und Dienstleisterdatenbank.
  • Publikation von Fachartikeln, Studien und Broschüren zu einzelnen Aspekten der Partizipation.
  • Herausgabe eines Fachinformationsdienstes für Beteiligungsmanager in Kommunen sowie auf Länder- und Bundesebene.
  • Herausgabe des KURSBUCH BÜRGERBETILIGUNG als regelmäßige Publikation zur Standortbestimmung der gesellschaftlichen Partizipationskultur.
  • Aufbau eines anbieterunabhängigen Branchenportals mit der Möglichkeit, gezielt nach passenden Anbietern für Partizipationsdienstleistungen zu suchen.
  • Aufbau einer zentralen Dokumentationsstelle für abgeschlossene Beteiligungsverfahren als Service für Beteiliger und Forschende.

Konsultation

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Instituts wird die unabhängige Politikberatung sein.
Sie soll Entscheider in Politik, Verwaltung, Verbänden und Wirtschaft für mehr Beteiligung begeistern und sie dabei unterstützen, diese erfolgreich umzusetzen.

Dazu gehören u. a. folgende Aktivitäten

  • Argumentationsbausteine für umfangreichere gesellschaftliche Teilhabe.
  • Konkrete Beratungsangebote für Kommunen, Ministerien, Ämter und Parteien.
  • Aufbau einer Kompetenzstelle Partizipation als Ansprechpartner für recherchierende Medienvertreter inkl. des Angebots medial verwertbarer Informationen, Zusammenfassungen und Darstellungen.
  • Lobbyarbeit für gute Partizipation, d.h. Überzeugungsarbeit bei politischen Entscheidern für ein Bundesbeteiligungsgesetz (BBG) inkl. der Etablierung entsprechender Strukturen und Institutionen (z. B. Bundesbeauftragter für Beteiligung, Bundesamt für Beteiligung, Bundesbeteiligungsbericht).
    Darlegung geeigneter Beteiligungsstrukturen und -prozesse für unterschiedliche Anforderungen.
  • Entwicklung von idealtypischen Prozessen konstruktiver Beteiligung.
  • Angebot von Fortbildungsveranstaltungen und Werkstattgesprächen.
  • Entwicklung von Konzepten für partizipative Kommunalverwaltungen.
  • Hilfestellung für Anbieter bei der Aktivierung konkreter Zielgruppen.

Evaluation

Mehr Partizipation ist auf Dauer nur durchsetzbar, wenn die Erfahrungen der Entscheider und Beteiligten überwiegend positiv sind.

Dazu ist es notwendig, dass Beteiligung qualitativ hochwertig geplant, durchgeführt und ausgewertet wird.

Hierzu gehören u. a. folgende Angebote des Instituts, die ggf. mit Partnern umgesetzt werden:

  • Entwicklung von Kriterien und Formaten zur wirkungsorientierten Evaluation von Beteiligungsprozessen.
  • Etablierung eines Qualitätslabels für gutes Partizipationsdesign.
  • Evaluation von Beteiligungsverfahren sowie einzelner Methoden und Formate.
  • Entwicklung von Kriterien zur Erkennung von Scheinbeteiligung.
  • Erarbeitung von Kriterien für gelingende E-Partizipation.

Verhältnis zu Akteuren der Partizipation

  • Bürger: Aufgabe des Berlin Instituts für Partizipation ist es, Partizipation in allen gesellschaftlichen Bereichen zu fordern und zu fördern. Dazu stellt das Institut Informationen über Beteiligungsangebote und gelungene Beteiligungsprozesse zur Verfügung. Es publiziert niederschwellige und allgemeinverständliche Informationen auch für bestimmte Zielgruppen mit erschwertem Partizipationszugang (z. B. junge Menschen, Senioren, Migranten). Zudem ist es Ansprechpartner für Beteiligte bei Fragen, Informationsbedarf und Kritik bzw. Konflikten in Beteiligungsverfahren. Das Institut versteht sich ausdrücklich auch als Serviceeinrichtung für Bürger, die Initiative für mehr Partizipation in ihrem konkreten Umfeld ergreifen wollen.
  • Politische Entscheider: Als advokativer Thinktank bemüht sich das Berlin Institut für Partizipation in besonderem Maße darum, das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung der repräsentativen Demokratie durch robuste partizipative Strukturen zu fördern und macht dazu konkrete Vorschläge für Initiativen, Gesetze und institutionelle Reformen.
  • Wissenschaft: Das Berlin Institut für Partizipation arbeitet nicht in Konkurrenz zu den (bislang noch überschaubaren) Hochschulstrukturen. Es betreibt zwar eigene, insbesondere anwendungsorientierte und evaluative Forschung, sieht seine Hauptaufgabe jedoch darin, grundlegende und aktuelle Forschungsergebnisse in den politischen Prozess zu transportieren und so zu mehr, umfangreicherer und besserer Partizipation in der Gesellschaft beizutragen.
  • Öffentliche Träger: Das Berlin Institut für Partizipation berät und unterstützt öffentliche Institutionen als Beteiliger insbesondere bei der Konzeption, Planung und grundsätzlichen Entscheidungsfindung sowie der Auswahl geeigneter Prozesse, Strukturen und Maßnahmen. Es stellt öffentlichen Beteiligern Informationen, Evaluations- und Forschungsergebnisse zur Verfügung.
  • Verbände: Deutschland hat eine umfangreiche und differenzierte Verbandskultur. Im Bereich der Stakeholderbeteiligung ist unser politisches System im internationalen Vergleich weit fortgeschritten. Das Berlin Institut für Partizipation versteht sich als Partner der Stakeholder, die mehr und wirkungsvollere Partizipation einfordern und nutzen wollen. Es berät insbesondere bei Fragen effizienter Wahrnehmung von Partizipationsmöglichkeiten, aber auch bei der Entwicklung eigener, interner Beteiligungsstrukturen.
  • Unternehmen: Mitentscheidend für die demokratische Kultur einer Gesellschaft ist auch die Frage, wie es um Partizipation in deren Arbeitswelt bestellt ist. Das Berlin Institut für Partizipation will deshalb bei Entscheidern in der Wirtschaft dafür werben, sowohl nach außen (Kunden, Anlieger, Zulieferer) als auch nach innen (Beschäftigte) partizipative Angebote zu machen. Gerade im Rahmen der Herausforderungen durch eine zunehmend digitalisierte und globalisierte Arbeitswelt ist eine partizipative Unternehmenskultur ein wichtiges Erfolgskriterium auch im Ringen um besonders qualifizierte und engagierte Mitarbeiter.
  • Beteiligungs-Dienstleister: Das Berlin Institut für Partizipation begrüßt und fördert die Entwicklung einer vielfältigen und kompetenten Dienstleistungsbranche für gelingende Partizipation. Das Institut wird sich ausdrücklich nicht selbst im Bereich der Dienstleistung (z. B. Veranstaltungsmanagement) engagieren, sondern bei Anfragen auf geeignete Dienstleister verweisen. Es entwickelt im Dialog mit Anbietern und Auftraggebern unabhängige und standartisierte Qualitäts-, Auswahl- und Evaluationskriterien.

Arbeitsweise und Struktur

Das Berlin Institut für Partizipation arbeitet gemeinnützig und nicht kommerziell. Es sieht haupt- und ehrenamtliches Engagement als gleichwertig an und integriert es in eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Grundsätzlich steht eine Mitarbeit allen Interessierten offen, die die Ziele des Instituts teilen.

Geschäftsstelle / headquarter

Die hauptamtlich besetzte Geschäftsstelle mit Sitz im Haus der Demokratie in Berlin koordiniert die Referate, Projekte und Veranstaltungen. Geleitet wird die Geschäftsstelle von einem Direktorat.

Im Kontext der Verschränkung von haupt- und ehrenamtlichem Engagement bietet die Geschäftsstelle einen dauerhaft, zu den üblichen Geschäftszeiten geöffneten „Partizipativen Workspace“, dessen Ressourcen (Internet, Besprechungsraum, Arbeitsplätze, Computer) alle Assoziierten Mitglieder kostenfrei nutzen können.

Fachbereiche / divisons

Das Berlin Institut für Partizipation ist in Fachbereiche organisiert, die jeweils hauptamtlich betreut werden. Aktuell sind dies die Fachbereiche Information, Konsultation und Evaluation.

Maßnahmen, Vorhaben und Projekte der Fachbereiche werden im Rahmen eines jeweils eigenen Lenkungskreises entwickelt, dem neben Direktorat und Fachbereichsleiter beliebig viele Assoziierte Mitglieder angehören können. Die Berufung in den Lenkungskreis erfolgt auf der Grundlage von Interessensbekundungen durch das Direktorat.

Assoziierte Mitglieder / associate members

Interessierte Menschen, die sich aktiv in die Arbeit des Instituts einbringen wollen, sind herzlich eingeladen. Voraussetzung für die aktive Mitarbeit am Institut ist in der Regel eine Berufung als „assoziiertes Mitglied“. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

Beirat / advisory board

Das Berlin Institut für Partizipation gibt sich einen unabhängigen Beirat, in den durch das Direktorat Persönlichkeiten aus Forschung, Politik und Gesellschaft berufen werden können.
Der Beirat diskutiert und kommentiert Vorhaben und Berichte des Instituts. Er kann Vorschläge für Vorhaben, Projekte und Aktivitäten machen. Der Beirat soll insbesondere die fachliche Qualität und den gesellschaftlichen Bezug der Institutstätigkeit im Fokus haben.

Kontaktanschrift:

Berlin Institut für Partizipation | bipar
Haus der Demokratie
Greifswalder Strasse 4
10405 Berlin

T 030 120 826 13

 

 

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Antrag auf Assoziierte Mitgliedschaft

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Kurze Darstellung meiner Tätigkeiten, Erfahrungen und Interessen im Bereich der Partizipation
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