Deliberative Demokratie

Die Bertelsmann Stiftung informiert

Im Rahmen ihres neu eingeführten Formats „Shortcut“ stellt die Bertelsmann Stiftung in kurzen Dossiers interessante Ansätze, Methoden und Beispiele rund um das Thema politische Teilhabe dar.

Foto: Evangelisches Schuldekanant Schorndorf/Waiblingen via flickr.com , Lizenz: CC0 1.0 .

Der erste Shortcut trägt den Titel „Deliberative Demokratie: Mehr als nur wählen“ und beschäftigt sich mit dem Potential informeller Bürgerbeteiligung.   

Ehe die Publikation auf praktische Beispiele eingeht, widmet sie sich in theoretischer Perspektive den Vorteilen von partizipativen Prozessen. Diese stellen einen Mehrwert dar, weil

  • über den argumentativen Austausch bessere politische Entscheidungen zustande kommen,
  • polarisierte Positionen und gesellschaftliche Gräben überwunden werden 
  • und insgesamt die Vitalität und Lebendigkeit einer vielfältigen Demokratie gefördert wird.

Auf Basis der theoretischen Darstellungen benennen die Verfasser anschließend drei erfolgreiche Bürgerbeteiligungsbeispiele aus europäischen Ländern und stellen diese kurz vor.

Die Hauptaussage der ersten Shortcut-Ausgabe besteht darin, dass deliberative Verfahren auf vielfältige Art und Weise einen positiven Einfluss auf unsere Demokratie haben: Sie verbessern den direkten Kontakt zwischen Bürgern und Entscheidungsträgern und stärken das Vertrauen in das demokratische System. 

Damit partizipative Verfahren ihre positive Wirkung entfalten können, müssen jedoch in der praktischen Umsetzung etliche Dinge beachtet werden. Dazu listen die Autoren eine Reihe von Qualitätskriterien auf. So sollen Beteiligungsprozesse in politische Entscheidungsfindungen eingebettet sowie auf den individuellen Kontext zugeschnitten sein. Des Weiteren ist es wichtig, eine große Vielfalt an Teilnehmern in den Prozess einzubeziehen, um alle Meinungen und Positionen zu berücksichtigen. Unabdingbar sind zudem eine transparente und breite Information sowie ein angemessener Ressourceneinsatz. 

Wenn Sie neugierig geworden sind, finden Sie die erste Ausgabe hier.

Literaturhinweise

Andre Bächtiger, John Dryzek, Jane Mansbridge, Mark Warren

The Oxford Handbook of Deliberative Democracy

Oxford University Press , 2018.

(Abstract | BibTeX)

Robert Goodin

Innovating Democracy. Democratic Theory and practice after the deliberative turn

Oxford University Press, Oxford, 2012, ISBN: 0199650551.

(Abstract | BibTeX)

Torsten Stollen

Deliberation als Brücke zwischen passiver und aktiver Öffentlichkeit: Ein Feldexperiment zu den Chancen und Grenzen verschiedener Formen von Bürgerbeteiligung in der deutschen Gesundheitspolitik

epubli GmbH, Berlin, 2011, ISBN: 978-3844212983.

(BibTeX)

James S. Fishkin

When the People Speak: Deliberative Democracy and Public Consultation

Oxford University Press, 2011, ISBN: 9780199604432.

(Abstract | Links | BibTeX)

Dirk Jörke

Die Versprechen der Demokratie und die Grenzen der Deliberation

In: Zeitschrift für Politikwissenschaft, 3-4 (20), S. 269-290, 2010.

(Abstract | Links | BibTeX)

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