Kommunaler Planungsworkshop

Der Planungsworkshop unterstützt mit seinem strukturierten Ablauf und geringen Zeitanspruch Kommunen bei der Ausarbeitung eines Aktionsplans. Die Methode ist besonders geeignet für Gruppen, die bereits über eine gemeinsame Vision verfügen.

Foto: New Professionals via flickr.com , Lizenz: CC BY 2.0

Der kommunale Planungsworkshop ist eine veränderte Form des Community Action Workshops (vgl. Harmony Foundation of Canada). Diese Methode ist für kleine und mittlere Projekte ohne großes Konfliktpotenzial geeignet. Die partizipierenden Interessenvertreter sollten bereits miteinander bekannt sein und gemeinsame Ziele unterstützen. Er besteht aus einer intensiven Vorbereitungs- und einer kürzeren Arbeitsphase.

Verfahrenskonzept

Nein

Funktion

Konsultation

Gruppengröße

Mittelgroße Gruppen

Teilnehmer (Min.)

15

Teilnehmer (Max.)

30

Zielgruppe

Allgemeinheit

Vorbereitung

Bereits in der Vorbereitungsphase werden die Projektziele definiert. Die Vorarbeit wird durch ein eigens gebildetes Organisationsteam geleistet. Zudem erstellt es die Agenda für den Planungsworkshop. Die auf diese Weise erstellte Zusammenstellung relevanter Ziele sollten idealiter bereits mit Hilfe partizipativer Methoden (z. B. durch Umfragen oder Interviews) erarbeitet worden sein und sehr konkret formuliert werden.

Des Weiteren werden für den Workshop Vertreter aller betroffenen Interessengruppen sowie aus Politik und Verwaltung eingeladen.

Ablauf

Der Workshop gliedert sich in drei Schritte und wird von einem Moderator durchgeführt.

Zunächst besprechen die Workshopteilnehmer gemeinsam die vom Organisationsteam erarbeiteten Ziele und können Änderungsvorschläge einbringen. Die Änderungen sollten möglichst gering ausfallen und von allen Teilnehmern unterstützt werden. Der geringe Grad an Offenheit soll sicherstellen, dass der geringe Zeitrahmen des Workshops eingehalten werden kann.

Im zweiten Arbeitsschritt werden die Maßnahmen erarbeitet, die zur Realisierung der Ziele führen sollen. Die Teilnehmenden werden dazu in Arbeitsgruppen aufgeteilt und bearbeiten je ein Teilziel. Sie tauschen sich u. a. über die Modalitäten, Akteure, den Zeitrahmen und die benötigten Ressourcen aus. Die Ergebnisse dieser Arbeitsphase werden übersichtlich festgehalten und im Anschluss der gesamten Gruppe vorgestellt.

Der letzte Arbeitsschritt des Seminars sieht vor, dass sich die Teilnehmer über mögliche Hindernisse im Projektablauf Gedanken machen. Identifizierte Problembereiche werden priorisiert und in Kleingruppen werden Handlungsoptionen diskutiert, um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen. Sie werden anschließend ebenfalls im Plenum zusammengetragen und schriftlich festgehalten.

Durch die Dokumentierung der Ergebnisse kann die spätere Implementierung kontrolliert, die Öffentlichkeit informiert sowie zusätzliche Stakeholder in das Projekt eingebunden werden. In nachfolgenden Treffen kann der Aktionsplan zudem angepasst und aufgrund neuer Entwicklungen aktualisiert werden.

Benötigtes Material

  • Räumlichkeiten
  • Arbeitsmaterialien (Flipchart, Stifte etc.)

Dauer

4-6 Stunden

Kosten pro Teilnehmer

10,- bis 20,- Euro

Anforderungen an Moderation

Mittel

Professionelle Moderation

Nicht erforderlich

Die Methode wurde von Dr. Peter Patze-Diordiychuk entwickelt. Er ist Ansprechpartner für das Bürgerportal Regierungspräsidium Freiburg und Vereinsvorsitzender Akademie für lokale Demokratie. Seine umfassende Darstellung der Methode finden Sie hier. Die Methode des Kommunalen Planungsworkshops ist zudem in P. Patze-Diordiychuk, J. Smettan, P. Renner, T. Föhr (Hrsg.) Methodenhandbuch Bürgerbeteiligung Band 2 (2017), erschienen.

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