Kommentar zur Diskussion um einen Think-Tank für Partizipation:

Prof. Dr. Pierre L. Ibisch

Angemessene Partizipation muss als Prophylaxe verstanden werden, als wesentliche Komponente einer ganzheitlichen Demokratie, wie es sie wohl noch nicht gibt (und die wir so dringend benötigen). Diese ‚neue‘ Partizipation sollte ermöglichen, dass lokales Wissen und individuelle Vorstellungen in Entscheidungen einfließen – aber sie muss auch Offenheit für Pluralismus und andersartiges Wissen generieren.

Paradoxerweise ist die sogenannte Wissensgesellschaft an den medialen Möglichkeiten und einer beispiellosen (Nicht-)Wissensexplosion erkrankt. Welch unerwartete Wendung, dass abundantes Wissen durch Unübersichtlichkeit und Uneindeutigkeit zum Feind einer Demokratie wird, die nicht mit den Möglichkeiten von Informations-, Wissens- und Meinungsaustausch Schritt gehalten hat. Bildung ist hier ohne Zweifel gefragt, aber letztlich in ganz neuen partizipativen Formaten.

Mich überzeugt diese Idee sofort. Von einem Beteiligungs-Think Tank erwarte ich mir befreiende Beiträge zur Öffnung und Weiterentwicklung unserer Gesellschaft, die die anstehenden komplexen Herausforderungen nur meistern wird, wenn wir unsere Wissen gescheit zusammenfügen.

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