Bürgerpanel

Bürgerpanel ist ähnlich der aktivierenden Befragung und dem Bürgerhaushalt eine Methode insbesondere für die Kommunalpolitik. Die Methode zielt darauf ab, die Meinungen der Bürger einer Kommune über mehrere Jahre hinweg abzubilden, um Impulse für die Gestaltung der Kommunalpolitik zu gewinnen. Für diesen Zweck finden regelmäßige Befragungen einer repräsentativen, stabilen und großen Teilnehmer-Gruppe (das Bürgerpanel) statt.

Foto: Martha Heinemann Bixby via flickr.com , Lizenz: CC BY-NC 2.0

Verfahrenskonzept

Ja

Funktion

Konsultation

Gruppengröße

Sehr große Gruppen >50 Personen

Teilnehmer (Min.)

500

Teilnehmer (Max.)

2000

Zielgruppe

Allgemeinheit

Vorbereitung

Festlegung der Umfragethemen; Öffentlichkeitsarbeit, um das Bürgerpanel in der Bevölkerung bekannt zu machen; zufällige Auswahl der Teilnehmer für ein möglichst repräsentatives Abbild der Bevölkerung; Rekrutierung mithilfe von Briefen, Telefonansprachen, Anzeigen und Aushängen unter der Maßgabe, besonders auch die Randgruppen der Bevölkerung mit einzubeziehen; Vorbereitung der Fragebögen.

Ablauf

Die Bürger, die einer Teilnahme am Bürgerpanel zugestimmt haben nehmen über 3 bis 4 Jahre hinweg an regelmäßigen Befragungen (3-4 pro Jahr) teil. Diese erfolgen online, schriftlich oder telefonisch. Idealerweise existieren keine Verbindungen der Befragten untereinander, sodass kein inhaltlicher Austausch stattfinden kann und die Teilnehmer sich nicht gegenseitig beeinflussen können.

Die Teilnehmer werden unter anderem über eine eingerichtete Internetseite über die Ergebnisse der Befragungen informiert. Außerdem sollte hier kommuniziert werden, welche Impulse umgesetzt wurden und warum welche Ergebnisse keinen direkten Eingang in die weitere politische Gestaltung fanden.

Während der Laufzeit wird das Bürgerpanel (die Gruppe der Befragten) laufend aktualisiert und ggf. neue Teilnehmer rekrutiert, sodass die Repräsentativität der Gruppe zu jeder Zeit gewährleistet ist. Je nachdem aus wie vielen Bürgern sich das Panel zusammensetzt, können außerdem Untergruppen zu spezifischen Fragestellungen gebildet werden.

Die Methode dient neben der Meinungsabbildung auch der Aktivierung und Förderung von bürgerschaftlichem Engagement, indem es bisher inaktive Teilnehmer anregt, sich auch an anderen Formaten zu beteiligen. So können andere, ergänzende Formate wie beispielsweise Gruppendiskussionen, Fokusgruppen oder Bürgerforen eingesetzt werden.

Benötigtes Material

Panel-Datenbank;
Internetseite für die Kommunikation mit den Teilnehmern sowie die Rückmeldung der Ergebnisse;
Personelle Ressourcen für die Pflege der Datenbank und der Internetseite, für die Rekrutierung der Teilnehmer, für die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Befragungen und anderer Methoden sowie für die Kommunikation mit den Teilnehmern;
Material für das Versenden der Einladungen und der Fragebögen

Dauer

Mehrere Monate

Kosten pro Teilnehmer

50,- bis 100,- EUR

Anforderungen an Moderation

Gering

Professionelle Moderation

Nicht unbedingt erforderlich

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